Weinlese 2014 (c) DWI, MainzDie Weinlese neigt sich in diesem Jahr hierzulande ungewöhnlich schnell und früh dem Ende zu. Zum Teil werden in den nächsten Tagen noch Weinberge von später reifenden Sorten, wie etwa dem Riesling, für die Top Qualitäten gelesen. Die Erzeuger sind nach Angaben des Deutschen Weininstituts (DWI) mit den eingebrachten Qualitäten insgesamt zufrieden.
Die Reben sind in diesem Jahr nach einem extrem frühen Austrieb und früher Blüte mit einem deutlichen Entwicklungs­vorsprung in die Vegetation gestartet. Dadurch bewegen sich die Reifegrade der geernteten Trauben und die damit verbundenen Qualitäten trotz der zeitigen Ernte auf einem guten Niveau.
Bezüglich der Erntemenge freuen sich die deutschen Weinerzeuger in diesem Jahr auf einen marktgerechten Ertrag, der nach den letzten Schätzungen etwas über dem langjährigen Durchschnitt von bundesweit 9,2 Millionen Hektolitern Weinmost liegt. Er füllt damit nach der relativ kleinen 2013er Erntemenge die knappen Bestände wieder auf.
Der Grund für die Turbolese lag laut DWI in den teilweise sehr herausfordernden Rahmenbedingungen in diesem Herbst, die einen hohen Grad an Selektions- und Handarbeit im Weinberg erforderten. So trat zum Einen in diesem Jahr erstmals die japanische Kirschessigfliege in Deutschland auf, die in manchen Regionen die Rotweinlese stark beschleunigte. Glücklicherweise blieben die Weißweinsorten aber von dem neuen Schädling verschont.
Zum Anderen verlangten die Witterungsbedingungen im September und Oktober mit zum Teil sehr kräftigen Niederschlägen und feucht-warmen Temperaturen sehr viel Aufmerksamkeit im Weinberg. Dabei haben sich die Investitionen in eine höhere Schlagkraft bei der Traubenlese und –verarbeitung in diesem Jahr besonders ausgezahlt. Sie wurden in der Vergangenheit von vielen Betrieben getätigt, weil der Klimawandel mit den einhergehenden Wetterextremen immer öfter schnelle Reaktionen nötig macht.

Quelle & Foto: www.deutscheweine.de